Wenn wir uns die Schriften ansehen, dann gibt es 2 Arten von Schriften, die für den Yoga grundlegend sind:
  1. Srutis (Sanskrit, śruti, wörtl.: „das Gehörte“)  
  2. Smritis (Sanskrit, smṛti, "was erinnert wird")
    Heute möchte ich hier die Srutis etwas näher erläutern.

    Srutis

    Srutis gelten als Schriften göttlicher Natur, welche von den Rishis (Sehern) direkt vom „göttlichen“ in tiefer Meditation empfangen wurden. Daher kommt auch der Name Srutis, „das Gehörte“. Die Schriften wurden dann mündlich weitergegeben. Die Srutis gelten als unveränderliche Weisheiten.

    Die wörtliche Übersetzung des Wortes Srutis „das Gehörte“ lässt uns auf den Stellenwert von mündlicher Überlieferung in Indien schließen. Alle wichtigen Überlieferungen wurden mündlich und nur an zwei mal geborene Menschen (Dvijas) weitergegeben und als Geheimwissen angesehen. Alle schriftlich niedergelegten Schriften sind deshalb „relativ jung“.

    Der Weise Vyasa soll die Srutis schließlich aufgezeichnet haben.

    Als Srutis gelten ausschließlich die Veden, die ursprünglichen Texte des Hinduismus. Die Veden beschreiben Rituale, Meditationen, Mantras, spirituelle Handlungen, enthalten aber auch Hinweises für erfolgreiche Landwirtschaft, Handel, Gesundheit und Soziales.

    Es gibt vier Veden: 
    1. Rig-Veda – 1028 Hymnen  
    2. Sama-Veda – 1540 Verse/Lieder  
    3. Vajur-Veda – 3988 Verse zu Opferzeremonien (z.B. Mantras)  
    4. Adharva-Veda – magische Praktiken (Formeln) aber auch Anleitungen für Handel, Landwirtschaft und Gesundheit
      Jede Vede besteht wiederum aus 4 Teilen:

      I. Samhitas

      Die Samhitas enthalten vor allem Mantras, Hymnen, Lobgesänge und Gedichte. Die Texte wurden oft von Priestern der Vedischen Religion bei Opferzeremoniellen gesprochen oder gesungen.

      II. Brahmanas

      Die Brahmanas sind in Prosa verfasste Ritualtexte, die Anleitung zur Durchführung von Mantras und Ritualen geben.

      III. Aranyahas

      Bei den Aranyahas handelt es sich um mystische Geheimlehren.

      IV. Upanishaden

      Wörtlich übersetzt heißt Upanischade „sich um (den Lehrer) herum setzen“. Die Upanishaden sind spirituelle Erkenntnisse und auch Geheimlehren, die im Austausch zwischen Lehrer und Schüler vermittelt wurden. Sie Beschäftigen sich mit philosophischen Fragen und Antworten zu unserem Selbst, der Welt, dem Universum, Raum und Zeit und dem Sinn des Lebens. Wissen uns Weisheiten werden vermittelt.

      Die Veden gelten als Grundlage der 6 orthodoxen Philosophiesysteme, die den Hinduismus bilden. Alle 6 erkennen die Autorität der Veden an.

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