Zuletzt haben wir uns mit den Shrutis befasst, den Weisheiten, die Rishis (Weisen) direkt (vom Göttlichen) empfangen ("gehört") haben.

Heute möchte ich die Smritis etwas näher beleuchten, die im Gegensatz zu den Shrutis („das Gehörte“) "das Erinnerte" wiedergeben und die "nur" über die überlieferte Tradition berichten. Smritis sind nur verbindlich, wenn anzunehmen ist, dass sie auf Shrutis zurückgehen.

Smritis sind Schriften, die von Menschenhand verfasst wurden. Man kann sie auch als eine Art Erläuterung der absoluten Weisheiten (Veden) sehen, die uns diese durch allgemein verständliche Geschichten näher bringen.

Zu den Smritis zählen u.a.:

Itihasa (Epen)
  • Ramayana 
  • Mahabharata 
Bhagavad Gita

Die Mahabarata ist auch heute noch eines der bedeutendsten religiösen und philosophischen Werke in Indien.

Puranas (Sanskrit, wörtl.: alte Geschichte) (Legenden, Sagen, Göttergeschichten)

Es soll bis zu 400.000 Purunas geben, davon werden 18 als Haupt-Purunas angesehen. Diese unterteilen sich in 3 Gruppen:
  • Brahma (6) 
  • Vishnu (6) 
  • Shiva (6)
Die Puranas sind in erster Linie der Anbetung einer Gottheit gewidmet und beschreiben Zeremonien und Feste zu deren Verehrung. In den meisten dieser Werke gibt es auch größere Kapitel über Rechte und Pflichten der Kasten sowie ethische und spirituelle Verhaltensregeln.

Dharma Shastras (Gesetzbücher/Regelwerke zu Sozialverhalten, Hygiene, Verwaltung)

Agamas oder Tantras (Werke für die Verehrung von Göttern) u.a.
  • Shaiva Agamas > für Shiva 
  • Vaishnava Agamas > für Vishnu 
  • Shakti Agamas > für Devi (den weiblichen Aspekt)
In den Agamas werden Rituale, Mantras und Symbole zur Verehrung von Göttern aufgeführt.

Sutras (Leitfäden)

Späte Werke sind die Raja Yoga Sutren von Patanjali, die sich mit der Kontrolle des Geistes beschäftigen und die Hatha Yoga Pradipika, die den körperbezogen Aspekt des Yoga im Focus hat.

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