Patanjali, begleitet mich nun schon seit dem Beginn meiner Ausbildung. Die Yoga Sutren bilden ein zentrales philosophisches Werk im Hatha-Yoga und sind auch in unserer Zeit durchaus anwendbar. Beeindruckend ist die zeitlose Logik, die sich besonders im 2 Kapitel, dem "8 gliedrigen Pfad des Yoga" verbirgt und die uns hilft in unserer stress- und reizüberfluteten Zeit zur Ruhe zu kommen. Deshalb schreibe ich hier über Patanjali, und das 2. Kapitel der Yoga Sutren.

Patanjali ist für die Philosophie des Hatha-Yoga von besonderer Bedeutung. Die meisten Schriften und Forscher gehen davon aus, dass Patanjali zwischen 800 und 300 v. Chr. lebte, sein Geburtsdatum ist aber ebenso wie sein Beruf unbekannt. Man spricht von ihm mal als Arzt, mal als Lehrer oder Gelehrtem. Auch wenn seine eigene Geschichte heute nicht mehr nachvollziehbar ist, so ist seine Bedeutung für den Hatha-Yoga doch unumstritten.

Die Lehren des Yoga wurden über viele Jahrhunderte nur mündlich weitergeben, Patanjali war der erste, der diese in seinen 196 „Yoga-Sutren“ (Lehrsätzen) niederschrieb. Dieser Umstand ist auch dafür verantwortlich, dass er heute al Begründer des Hatha-Yoga gilt, auf den sich die meisten Traditionen beziehen.

Patanjali beschreibt vor allem den „achtstufigen Pfad des Hatha-Yoga“, den er im zweiten Kapitel der Sutren beschreibt:

Die 8 StufenBedeutung
YamaVerhaltensregeln im Umgang mit anderen
NiyamaVerhaltensregeln im Umgang mit sich selbst
Asanadie Körperübungen
Pranayamadie energetischen Atemübungen
Pratyaharadie Zurücknahme der Sinne vom Außen
Dharanadie Konzentration nach innen
Dhyanadie Meditation
SamadhiVereinigung, Selbstverwirklichung












Die Yamas und Niyamas lassen sich in etwa mit den 10 Geboten im Christentum vergleichen, sie bilden die Vorbereitung zum üben. Die Praxis findet in täglichen Leben statt und nicht auf der Matte.

Die Yamas befassen sich mit dem sozialen Umfeld des Menschen und regeln zwischenmenschliche Beziehungen:

Die 5 YamasBedeutung
Ahimsa nicht verletzen, Gewaltverbot
Asteyanicht stehlen
SatyaWahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit
Brahmacarya Enthaltsamkeit
Aparigrahakeine Gier und kein Neid









Die Niyamas wenden sich an den Umgang mit uns selbst:

Die 5 NiyamasBedeutung
SaucaSauberkeit
SamtosaZufriedenheit
TapaSelbstdisziplin
SvadhyaSelbststudium
IshwaraHingabe (an Gott)









Die körperliche Praxis wird Asana genannt. Asanas (Körperübungen) dienen der gesundheitlichen Vorsorge und sollen und darauf vorbereiten in der Meditation verweilen zu können. Durch die vielfältigen Körperübungen lernen wir unseren Körper besser wahrzunehmen.

Mit Pranayama kontrollieren wir unsere Atmung. Pranayama lädt uns dazu ein unseren täglichen rauen und unregelmäßigen Atem bewusst so zu lenken, dass er wieder lang, fein und regelmäßig werden kann. Mit dem Atem nehmen wir Prana, die Lebensenergie, auf.

Pratyahara ist die Vorstufe zu Dharana, der Konzentration und Beruhigung des Geistes, in der wir den Geist und die Sinne schulen sich nach innen zu richten. Wir ziehen unsere Sinne von der Außenwelt ab und lenken sie nach innen. Wir halten bewusst Einkehr und kommen zu uns.

In der Konzentration (Dharana) bündeln wir unsere Aufmerksamkeit.

Dhyana ist schließlich die Meditation, die innere Versenkung und geistige Ausrichtung nach innen. Meditation ist ein Zustand großer Entspanntheit und Gelassenheit, in dem unser Geist nichts sucht, sondern alles auf sich zukommen lässt. Meditation schenkt uns Ruhe und Klarheit und ein Gefühl des inneren Friedens, wenn wir sie regelmäßig üben.

Ziel ist schließlich Samadhi zu erreichen und alles eins wird, das Denken aufhört und der Geist „wahrhaftig frei von irdischer Anhaftung“ ist.

Die Yoga-Sutren des Patanjali werden auch oft als Raja Yoga Sutren bezeichnet, da sie sich vornehmlich mit der Geisteskontrolle, dem zur Ruhe bringen der Sinne, beschäftigen.

Tiefe Zufriedenheit lässt uns grenzenloses Glück erfahren.
Yoga-Sutra 2,42

Yoga ist Achtsamkeit, zu der uns Patanjali, aufruft. Achtsamkeit mit sich und im Umgang mit anderen heißt nicht, das wir immerzu vorsichtig sein sollen oder uns immer mehr zurückziehen. Gemeint ist damit, dass wir beginnen sollen bewusster zu handeln, yogisch zu handeln. Mag sein, dass wir durch achtsames Handeln vielleicht ab und zu nicht ganz so spontan und schnell reagieren. Aber wir werden ruhiger und entspannter und bewusster agieren. Vieles wir uns nicht mehr so stressen und das gibt uns mehr Lebensqualität, körperliche und seelische Gesundheit.

In den Yoga-Sutren gibt uns Patanjali auch heute noch eine Anleitung, in unserem Leben voller Stress und äußerer Reize zu innerer Ruhe uns Ausgeglichenheit - zu uns - zu finden.

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