Yogis praktizieren Neti seit tausenden von Jahren und die moderne Medizin beginnt die Vorteile zu nutzen. Im Grunde ist es eine Reinigung wie jede andere auch. Wir duschen, wir nutzen Bidets, wir putzen unsere Zähne. Warum also nicht auch unsere Nase pflegen, eines der wichtigsten Körperteile?

Spätestens seitdem Oprah Winfrey in ihrer Show Neti life vorführen ließ, ist es zumindest in Amerika in aller Munde.

Die Nasenlöcher sind Filter zwischen der Atmosphäre und unserem Körper. Sie filtern, reinigen, kühlen oder wärmen die Luft, die wir einatmen. Übrigens auch der Grund, warum man im Yoga immer durch die Nase atmet. Wir atmen täglich 18.000 bis 20.000 mal ein. Viele Schmutzpartikel werden bereits in der Nase sondiert und so von unserer Lunge ferngehalten. Die Nasenspülung reinigt unsere Nasenlöcher von diesen Schmutzpartikeln und stimuliert unsere Nasenschleimhaut.

Es gibt im Yoga zwei Formen von Neti:


Jala Neti, bei dem die Nase mit lauwarmem Wasser gereinigt wird und Sutra Nete, bei dem die Nase mit einem Faden oder Katheder gereinigt wird. Da ich selbst ausschließlich Jala Neti praktiziere habe, gehe ich hier im Speziellen auf diese Variante ein.

Als ich das erste mal von dieser „Reinigungstechnik“ gehört habe, die auch in der Hatha Yoga Pradipika beschrieben ist, fand ich das alles etwas befremdlich. Ich war mir nicht bewusst, wie viele Leute Neti machen. Übrigens auch Menschen, die kein Yoga praktizieren, hier spricht man dann nur nicht von Neti sondern von Nasenspülung. Also ich habe es probiert und bin dabei geblieben.

Bei Jala Neti wird lauwarmes leicht gesalzenes Wasser (isotonische Kochsalzlösung) in ein Nasenloch gegossen, den Kopf hält man leicht schräg. Während der Praxis wird das Wasser mit Hilfe des Gaumensegels daran gehindert in den Rachenraum und Mundbereich zu gelangen und fließt so aus dem anderen Nasenloch wieder heraus. Man atmet hierbei durch den Mund. Man kann Neti auch praktizieren, indem man das Wasser in den Rachen laufen lässt und dann ausspuckt. Ich finde die „Nasenvariante“ aber angenehmer.

Neti stimuliert den Kreislauf, entfernt Schleim und führt zu einem gesunden Nasenraum und nachweislich auch zu gesunden Nebenhöhlen.

Ich praktiziere Neti mittlerweile fast täglich. Danach fühlt man sich sauber, belebt und klar. Besonders gut ist das, wenn man Pranajama (Atemübungen) praktizieren möchte und mit Schnupfen oder Allergien zu kämpfen hat. Jeder der ab und zu fliegt oder sich in klimatisierten Räumen aufhält kenn dieses Gefühl einer total trockenen Nase. Auch hier ist Neti sehr angenehm, um die Nase zu befeuchten.

Hört sich zwar im ersten Moment komisch an, aber probiert es einfach mal aus. Ist lange nicht so schlimm, wie es sich anhört und tut der Nase einfach gut.


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